Geburt in Berlin
Gustav Albert Lortzing wird in Berlin als Sohn von Johann Gottlieb Lortzing und Charlotte Sophie, geborene Seidel, geboren. Das Elternhaus ist von Musik, Schauspiel und der Berliner Liebhabertheaterkultur geprägt.
Albert Lortzings Lebensweg führt vom Berliner Elternhaus über die Wanderbühnen des frühen 19. Jahrhunderts nach Detmold, Leipzig, Wien und zurück nach Berlin. Der Zeitstrahl verbindet Familie, Theaterpraxis, Werke, Orte und Zeitgeschichte.
Gustav Albert Lortzing wird in Berlin als Sohn von Johann Gottlieb Lortzing und Charlotte Sophie, geborene Seidel, geboren. Das Elternhaus ist von Musik, Schauspiel und der Berliner Liebhabertheaterkultur geprägt.
Schon als Kind steht Lortzing in Aufführungen der Berliner Laien-Schauspielgesellschaft „Urania“ auf der Bühne. Er erhält Klavierunterricht bei Johann Heinrich Griebel und Theorieunterricht bei Karl Friedrich Rungenhagen.
Johann Gottlieb Lortzing gibt seine wenig einträgliche Lederhandlung auf. Die bisherige Theaterleidenschaft der Eltern wird zum Beruf – für Albert beginnt damit ein Leben, das dauerhaft von der Bühne bestimmt wird.
Die Familie verlässt Berlin und nimmt ein Theaterengagement in Breslau an. Für den jungen Lortzing beginnt die Phase des reisenden Theaterlebens.
Befristete Engagements führen die Familie unter anderem nach Coburg, Bamberg, Straßburg und Freiburg im Breisgau. Albert erlebt den Theaterbetrieb aus nächster Nähe und tritt zunehmend selbst auf. Die frühen Wanderjahre sind in den Quellen nicht für jede Station taggenau dokumentiert.
Die Familie erhält ein längerfristiges Engagement bei der Schauspielgesellschaft von Joseph Derossi. Das Rheinland wird für mehrere Jahre zum Mittelpunkt des beruflichen Lebens.
Lortzing wirkt nun regelmäßig selbst als Schauspieler und Sänger. Er spielt zunächst ein breites Rollenfach, später besonders komische Rollen, und übernimmt Partien für Spieltenor und Bariton.
Die Lortzings werden von Sebald Ringelhardt übernommen. In dessen Theatergesellschaft vertieft Albert seine Bühnenerfahrung und begegnet Rosina Regina Ahles als Kollegin.
Mit „Ali, Pascha von Janina oder Die Franzosen in Albanien“ entsteht eines der ersten größeren Bühnenwerke Lortzings. Die Uraufführung folgt 1828 in Münster.
Albert Lortzing heiratet die Schauspielerin Rosina Regina Ahles. Beide arbeiten fortan über viele Jahre gemeinsam auf der Bühne. Aus der Ehe gehen elf Kinder hervor.
Albert und Rosina Lortzing haben insgesamt elf Kinder; sechs erreichen das Erwachsenenalter. Familienleben, wechselnde Engagements und die finanzielle Verantwortung für den großen Haushalt begleiten Lortzings gesamte Laufbahn.
Lortzing wird in die Freimaurerloge „Zur Beständigkeit und Eintracht“ aufgenommen. Freimaurerische Netzwerke und bürgerliche Gesellschaftskreise bleiben später auch in Leipzig für ihn wichtig.
Albert und Rosina lösen sich beruflich von den Eltern und wechseln zur Fürstlich Lippischen Hof-Schauspiel-Gesellschaft. In diesen Jahren profiliert sich Lortzing zunehmend auch als Komponist und Bühnenmusiker.
Das Oratorium „Die Himmelfahrt Jesu Christi“ wird in Münster aufgeführt. Im selben Jahr erlebt das bereits 1823 entstandene Singspiel „Ali, Pascha von Janina“ seine Uraufführung.
Für Christian Dietrich Grabbes Drama „Don Juan und Faust“ komponiert Lortzing Bühnenmusik und steht selbst als Don Juan auf der Bühne. Rosina wirkt als Donna Anna mit.
Lortzing bearbeitet Johann Adam Hillers populäres Singspiel „Die Jagd“. Die Resonanz stärkt sein Profil als Komponist für das Musiktheater.
Mit „Der Pole und sein Kind“ und „Der Weihnachtsabend“ entstehen zwei weitere Singspiele, die noch im selben Jahr aufgeführt werden.
„Andreas Hofer“ und „Szenen aus Mozarts Leben“ erweitern Lortzings frühes Bühnenwerk. „Andreas Hofer“ gelangt zu seinen Lebzeiten nicht zur Uraufführung.
Lortzing und seine Frau treten in das Ensemble des Leipziger Stadttheaters unter Ringelhardt ein. Leipzig beendet das beschwerliche Wanderleben und wird für mehr als ein Jahrzehnt zum wichtigsten Arbeits- und Lebensort.
Lortzing engagiert sich in Freimaurerlogen, im „Tunnel über der Pleiße“ und im Schiller-Verein. Diese Kreise verbinden Theater, Bürgertum und vormärzliche politische Öffentlichkeit.
Nach längerer Pause wendet sich Lortzing wieder einer abendfüllenden Oper mit eigener Musik zu. Die Uraufführung von „Die beiden Schützen“ am Leipziger Stadttheater wird ein wichtiger Erfolg.
Die Uraufführung von „Zar und Zimmermann“ macht Lortzing zum herausragenden Vertreter der deutschen Spieloper. Lortzing selbst singt bei der Premiere den Peter Iwanow.
Der große Erfolg von „Zar und Zimmermann“ in Berlin steigert Lortzings Bekanntheit erheblich. Im selben Zeitraum kommt „Caramo oder Das Fischerstechen“ in Leipzig heraus.
Die Festoper „Hans Sachs“ wird in Leipzig aufgeführt. Das Werk entsteht im Umfeld der Feierlichkeiten zur vierten Säkularfeier der Erfindung des Buchdrucks.
„Casanova“ kommt in Leipzig zur Uraufführung. Im selben Jahr stirbt Lortzings Vater Johann Gottlieb, der den Berufsweg des Sohnes von den frühen Wanderjahren bis Leipzig begleitet hatte.
Mit „Der Wildschütz oder Die Stimme der Natur“ schafft Lortzing eines seiner dauerhaft erfolgreichsten Werke. Die komische Oper wird am Leipziger Stadttheater uraufgeführt.
Mit dem Ende von Ringelhardts Leipziger Pachtvertrag endet Lortzings Schauspielerengagement. Unter dem neuen Theaterdirektor Karl Christian Schmidt wird er zum Kapellmeister ernannt – ein deutlicher beruflicher Aufstieg.
Die romantische Zauberoper „Undine“ wird in Magdeburg uraufgeführt. Das Werk gehört zu Lortzings erfolgreichsten Opern außerhalb des rein komischen Fachs.
Nach nur einer Saison endet Lortzings Kapellmeisterengagement. Sparzwänge und seine gesundheitlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit werden als Gründe genannt. Ein Jahr ohne feste Stellung folgt.
Nach dem Erfolg des „Waffenschmied“ erhält Lortzing eine Kapellmeisterstelle am Theater an der Wien. Er bleibt dort bis zur Auflösung der Opernsparte im Sommer 1848.
Die komische Oper „Der Waffenschmied“ wird am Theater an der Wien uraufgeführt und entwickelt sich zu einem der populärsten Werke Lortzings.
Lortzings Mutter Charlotte Sophie stirbt in Wien. Sie war selbst Schauspielerin und hatte Alberts frühe Theater- und Musikerlaufbahn entscheidend geprägt.
„Zum Großadmiral“ wird in Leipzig unter Lortzings Leitung uraufgeführt. Das Werk wird zunächst freundlich aufgenommen, setzt sich aber langfristig nicht im Repertoire durch.
Lortzing erlebt die Märzrevolution unmittelbar. Seine Sympathie für die Freiheitsbewegung zeigt sich in politischen Männerchören, die er mit der Wiener Studentengarde einübt.
Unter dem Eindruck der revolutionären Ereignisse komponiert Lortzing „Regina“. Das politisch brisante Werk bleibt zu seinen Lebzeiten unaufgeführt und gehört zu seinen deutlichsten gesellschaftspolitischen Stellungnahmen.
Mit der Auflösung der Opernsparte des Theaters an der Wien verliert Lortzing seine feste Stellung. Es folgt erneut eine Phase beruflicher und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Lortzings enger Leipziger Freund Robert Blum, führender Vertreter der demokratischen Linken, wird nach seiner Beteiligung am Wiener Oktoberaufstand hingerichtet. Das Ereignis trifft Lortzing in einer ohnehin schwierigen Lebensphase.
Die komisch-romantische Zauberoper „Rolands Knappen oder Das ersehnte Glück“ wird am Leipziger Stadttheater uraufgeführt.
Lortzing kehrt als Kapellmeister an das Leipziger Stadttheater zurück. Intrigen und die parallele Beschäftigung seines Vorgängers Julius Rietz führen jedoch dazu, dass er die Stelle bereits Ende Oktober 1849 wieder aufgibt.
Ohne dauerhafte Stellung reist Lortzing wieder als Dirigent, Schauspieler und Sänger. Gleichzeitig verschlechtern sich die finanziellen Verhältnisse der großen Familie deutlich.
Lortzing übernimmt seine letzte Kapellmeisterstelle am neu gegründeten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater. Das Gehalt ist deutlich niedriger als in früheren Engagements; seine künstlerischen Vorstellungen kann er dort nur begrenzt verwirklichen.
Lortzing komponiert eine Fest-Ouvertüre zur Eröffnung des Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters und arbeitet an seiner letzten vollendeten Oper „Die vornehmen Dilettanten oder Die Opernprobe“.
Während Lortzing bereits schwer erkrankt in Berlin liegt, wird „Die Opernprobe“ in Frankfurt am Main uraufgeführt. Die Nachricht vom Erfolg erreicht ihn nicht mehr.
Albert Lortzing stirbt im Alter von 49 Jahren nach einem Schlaganfall, wenige Tage vor dem angekündigten Ende seines Berliner Engagements. Beigesetzt wird er in Berlin auf dem Sophienfriedhof.
Berlin, das Rheinland, Detmold, Leipzig, Wien und weitere Stationen lassen sich auch räumlich erschließen.